Die Vernunft beginnt bereits in der Küche. Friedrich Nietzsche

Das Programm

Ein Mann geht die Straße lang,
und alle lachen laut und heiß,
sie sind jung und sie sind klug,
doch keiner ahnt, was dieser weiß.

Eine Mädchen verkauft ihre Freiheit,
zu Hause wartet ein Kind,
die Männer spritzen in den Mund,
nicht ahnend, dass sie Sättigung sind.

Schreiend, weinend, liegt er im Bett,
Arme gefesselt, Beine fixiert,
wer weiß denn schon,
wonach es ihm giert?

Die Spritze angesetzt,
drückt sie den Stoff,
ihr Leben versoffen,
nur Streit und Zoff.

Vor ihr kniend,
die Ängste zu dritt:
„Wenn wir getrennte Wege gehen,
nimmst Du mich dann mit?“

Wie sieht der Himmel aus,
sie kann es nicht sehen,
Gefühle verbrannt,
zu schwach um zu gehen.

Ein Typ sitzt am Rechner,
er schreibt diese Zeilen,
ist er sonst auch noch so stark,
ist er schwach, bisweilen.

Programme steuern was wir sind,
Programme, komplex und verrückt,
Kein Programmier, nur das Leben,
verdichtet, verdrängt, abgehungert und verdickt.


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26.11.16
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Dieser eine Hintern …

Irgendwo stand dieses Hotel. In einer Stadt, die nicht der Rede wert ist. Das Hotel war schäbig und warb mit einer Bewertung, welche schon seit Jahren abgelaufen war. Spinnweben, Schmutz und knarrende Betten, dick übermalte  Glastüren, sich von dem alten Gemäuer lösende Vertäfelungen und ein Concierge, der vermutlich nicht mal als Salzstein für die Tiere im Wald hätte herhalten können waren Anlass genug dieses eine bestimmte Hotel nie wieder zu besuchen.

48 Euro pro Nacht und das Zimmer war kaum dunkel zu bekommen, da eine Laterne tief orange durch die Fenster strahlte und das Zimmer die gesamte Nacht in ein schummriges Licht legte. Das Bett knarzte und ächzte und die Luftsauganlage des Bads mit Toilette offenbarte jedem Nachbarn mein Anliegen.


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15.10.15
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Ich bin ein Riese weil ich denke…

Damals, Sri Lanka…

Was macht mich aus – als Mensch, als Individuum, als Mann, als Freund, als Partner, als Feind – letztlich doch immer nur die Essenz meiner Seele – gebildet aus Erfahrungen und Erwartungen – unendlich komplex, unergründbar, mystisch – verletzbar…

Ein Text über das, was mich ausmacht.

 

 


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23.05.15
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Der Kreisel

Damals, in Prag…

Manchmal, wenn mir langweilig ist, wenn ich irgendetwas tue, wozu ich keine Musik hören kann, oder aber wenn es mir besonders gut oder eben besonders schlecht geht, singe ich vor mich. Ich singe dann eigentlich keine mir bekannten Lieder sondern improvisiere irgendwelche Reime, mal mit mehr und mal mit weniger Sinn. Selbst die Melodie orientiert sich dann selten an vorhandenen Melodien sondern ist, wie auch der Text, Spiegel meiner momentanen Stimmung.

Und manchmal kommt es dann vor, dass da etwas entsteht, das nicht weiter bearbeitet werden muss sondern das inhaltlich und in der Form eigentlich so stehen bleiben kann.

Das folgende ist so ein Beispiel. Auf Arbeit entstanden hat es sich einfach so ergeben und ich musste mir nur noch selbst zuhören und mitschreiben.


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12.10.14
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3 Fragmente

Blick vom Tiger Cave Tempel, Krabi Thailand

Blick vom Tiger Cave Tempel, Krabi Thailand

Die folgenden zwei Texte liegen schon eine ganze Weile in meinem Archiv und wollen nun endlich das Licht der Welt erblicken. Der dritte Text ist aktuell. Möge jeder davon halten was er mag. Ich bin der Meinung, dass alle drei Texte letztlich das gleiche Thema bearbeiten – lediglich aus verschiedenen Perspektiven.

 

 


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07.10.14
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3 ältere Gedichte – doch aktuell

Vor einigen Jahren schrieb ich einige Gedichte, von denen ich heute endlich drei veröffentliche. Das Interessante dabei ist, dass ich sie damals ohne Adressat schrieb, ohne auslösenden Anlass. Ich schrieb sie damals aus einer Laune heraus. Noch viel interessanter ist, dass jedes der Gedichte nach ihrer Entstehung dann irgendwann aktuell wurden und exakt das aussagten, was ich dann in diesem viel späteren Moment empfand.

War das dann prophetisch? Heißt das, dass wir imstande sind zukünftige Ereignisse und Entwicklungen des Lebens zu antizipieren? Oder ist es ein Fall von „self fulfilling prophecy“ – selbst erfüllender Prophezeiung? Habe ich unbewusst darauf hingewirkt, dass die Inhalte der Gedichte sich erfüllten? Oder ist das ein Beweis für die breite Interpretationsmöglichkeit von Texten im Allgemeinen?

Was immer es auch ist – hier sind die Gedichte.


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01.08.14
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Das Spiegelbild

Dieser Text entstand im Eindruck eines doch recht einsamen Abends. Ich habe versucht zu begreifen, was an diesem Abend in mir vor sich ging und was ich fühlte. Dies ist das Ergebnis:


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07.11.11
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