Die Menschen gehen lieber zugrunde, als dass sie ihre Gewohnheiten ändern. Leo Tolstoi

Das Programm

Ein Mann geht die Straße lang,
und alle lachen laut und heiß,
sie sind jung und sie sind klug,
doch keiner ahnt, was dieser weiß.

Eine Mädchen verkauft ihre Freiheit,
zu Hause wartet ein Kind,
die Männer spritzen in den Mund,
nicht ahnend, dass sie Sättigung sind.

Schreiend, weinend, liegt er im Bett,
Arme gefesselt, Beine fixiert,
wer weiß denn schon,
wonach es ihm giert?

Die Spritze angesetzt,
drückt sie den Stoff,
ihr Leben versoffen,
nur Streit und Zoff.

Vor ihr kniend,
die Ängste zu dritt:
„Wenn wir getrennte Wege gehen,
nimmst Du mich dann mit?“

Wie sieht der Himmel aus,
sie kann es nicht sehen,
Gefühle verbrannt,
zu schwach um zu gehen.

Ein Typ sitzt am Rechner,
er schreibt diese Zeilen,
ist er sonst auch noch so stark,
ist er schwach, bisweilen.

Programme steuern was wir sind,
Programme, komplex und verrückt,
Kein Programmier, nur das Leben,
verdichtet, verdrängt, abgehungert und verdickt.


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26.11.16
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3 ältere Gedichte – doch aktuell

Vor einigen Jahren schrieb ich einige Gedichte, von denen ich heute endlich drei veröffentliche. Das Interessante dabei ist, dass ich sie damals ohne Adressat schrieb, ohne auslösenden Anlass. Ich schrieb sie damals aus einer Laune heraus. Noch viel interessanter ist, dass jedes der Gedichte nach ihrer Entstehung dann irgendwann aktuell wurden und exakt das aussagten, was ich dann in diesem viel späteren Moment empfand.

War das dann prophetisch? Heißt das, dass wir imstande sind zukünftige Ereignisse und Entwicklungen des Lebens zu antizipieren? Oder ist es ein Fall von „self fulfilling prophecy“ – selbst erfüllender Prophezeiung? Habe ich unbewusst darauf hingewirkt, dass die Inhalte der Gedichte sich erfüllten? Oder ist das ein Beweis für die breite Interpretationsmöglichkeit von Texten im Allgemeinen?

Was immer es auch ist – hier sind die Gedichte.


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01.08.14
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In schwarz und blau marschieren sie

Die Polizei, der Freund und Helfer, zeigt sich immer häufiger als Schutzvieh der Reichen und Schönen. Captain Ray Lewis, ein pensionierter Polizeioffizier, der sich der Occupy Wall Street Bewegung anschloss, hat gesagt:

 Polizisten sind nur das Werkzeug für die 1% und realisieren gar nicht wie man sie ausgenutzt!

Dieses Zitat und ein bei Youtube gefundenes, abscheuliches und zum Nachdenken anregendes Video haben mich zu folgenden Zeilen inspiriert. Vielleicht liest es ja jemand, der damit etwas anfangen kann.


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11.10.12
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Jedes Lächeln ist ein Himmel

Dieses Gedicht ist quasi eine Auftragsarbeit. Nachdem ich (wir) auf einem Poetry Slam waren meinte „sie“ ich solle doch auch mal so etwas schreiben … hier also ist nun das Ergebnis. Außerdem setzte ich mir selbst die Herausforderung zum Einen über sie und zum Anderen über ein Thema zu schreiben, das mir als erstes über die Zehen fliegt … dieses Thema war dann die Astronomie.


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07.12.11
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Du wirst nie die Meine sein

Dieses Gedicht entstand mal wieder in einer einsamen Nacht, mit viel zu viel Alkohol und viel zu vielen Grübeleien. Es beschreibt eine besondere Lebenssituation des Wartens. In solchen Situationen neige ich dazu viel zu Grübeln und mir Dinge, die ich vermisse oder die mich beschäftigen, extrem bildlich vorzustellen. Dies ist nun das Ergebnis einer solchen Grübelei.


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13.11.11
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Das Spiegelbild

Dieser Text entstand im Eindruck eines doch recht einsamen Abends. Ich habe versucht zu begreifen, was an diesem Abend in mir vor sich ging und was ich fühlte. Dies ist das Ergebnis:


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07.11.11
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