Kein Mensch muss müssen. Gotthold Ephraim Lessing

Schritt 1 – Das Geld – Was ist das

In den letzten Wochen habe ich mich immer stärker mit unserem System beschäftigt. Die Krise der Märkte und andere, mich scheinbar viel unmittelbarer betreffende Geschehnisse, zwangen mich dazu. Da ich aber nun einen Blog habe, möchte ich diesen geistigen Weg Dir, dem Leser meiner Blogs, gemeinsam gehen. Daher beginne ich heute mit dem ersten Schritt – Woher kommt Geld und was ist Geld eigentlich?

Der erste Schritt – Vom Handel zum Gold

Vor vielen, vielen Jahren gab es kein Geld. Heute redet jeder davon. Was ist passiert, dass sich unser Leben heute nur noch um das Geld dreht? Schauen wir uns einmal an, wie Geld überhaupt entstanden ist.

Stellen wir uns ein kleines Dorf von 5 Personen vor. Einen Bäcker, einen Ziegenhirt, einen Schafhirt, einen Schneider und einen Schmied. Der Bäcker kann ohne Ziegenmilch nicht backen. Der Schneider kann ohne Schafwolle nicht schneidern. Der Schafhirt kann ohne eine geschmiedete Klinge das Schaf nicht scheren. Und so weiter. Damals tauschten die 5 Männer die Waren und damit auch ihre Arbeitskraft direkt mit einander. Es war kein Geld notwendig, denn alles funktionierte auf der Basis des einfachen Tauschhandels.

Dieses System hatte aber eine Schwäche, denn damit ein Tauschhandel zustande kommen kann müssen beide Handelspartner ein Interesse an den Gütern seines Partners haben. Da das nicht der Fall war, kamen die Menschen irgendwann auf die Idee statt nur Güter gegen Güter zu tauschen, edle Metalle als Tauschwert zu erheben. Also schleppte jeder kleine Brocken Gold und Silber mit sich umher und man tauschte die Wolle oder das Brötchen gegen eine entsprechende Gewichtsmenge eines edlen Metalls.

Dieses System war nicht schlecht. Jetzt konnte man auch ohne eine echte Güterproduktion ein Gut eintauschen – wenn man zum Beispiel Friseur war und nichts außer schönes Haar produzierte.

Schritt Zwei – vom Gold zum Geld

Aber natürlich ist der Mensch ein fauler und hatte irgendwann keine Lust das ganze Metall mit sich herum zu tragen. Außerdem war er ständig in Gefahr überfallen zu werden. Dann war sein ganzes Gold weg. In unserem Dorf gab es aber nun eine sechste Person – einen Goldschmied. Und dieser Goldschmied hatte einen großen Tresor wo er sein Gold, das er zum Schmieden brauchte, sicher verwahren konnte.

Zu diesem Goldschmied kamen nun die anderen 5 Personen und fragten ihn, ob er nicht ihr Gold und ihr Silber ebenfalls sicher verwahren könnte. Er sollte ihnen dafür auf einen Stück Papier bescheinigen, dass sie dieses Gold bei ihm verwahrt haben. Dann könnten sie, anstatt mit dem Gold selbst, nur noch mit dem Stück Papier Waren eintauschen. Der Tauschpartner kann dann das Papier wieder beim Goldschmied gegen das Gold eintauschen.

Das Papier nannte man auch „Schatzbrief“ und es gab dann irgendwann tausende verschieden solcher Schatzbriefe, denn es gab ja nicht nur diesen einen Goldschmied. Dieses System war eigentlich nicht schlecht und wäre es dabei geblieben hätten wir heute viele Probleme nicht. Aber eines ist jetzt bereits klar: Geld, was wir als Wert ansehen, ist nichts anderes als ein Schuldversprechen. Das heißt, das auch heute noch irgendwer irgendjemanden ein Schuldversprechen erteilen damit Geld überhaupt entstehen kann.

Schritt Drei – Der Zins und die Schuld

Doch es blieb nicht dabei, denn der Goldschmied kam auf eine fatale Idee. „Wenn der Bäcker sein Gold bei mir einlagert, dann möchte ich auch etwas dafür sehen“, dachte er sich und überlegte, wie er aus dem eingelagerten Gold einen Gewinn erwirtschaften könne. Da kam der Bäcker zu ihm und bat um etwas Gold. Doch leider hatte er alle seine Schatzbriefe weg getauscht und konnte nur noch mit Brötchen handeln. Also sagte der Schmied: „Ich gebe Dir eine Unze Gold und Du zahlst es mit später zurück. Da ich Dir aber ja Gold borge möchte ich auch eine Gegenleistung habe. Also gibst Du mir einfach in einem Jahr zusätzlich zu der Unze Gold noch eine halbe Unze Silber dazu.

Ein scheinbarer Gewinn für beide. Der Bäcker verfügte wieder über Gold und der Goldschmied konnte sich über einen Gewinn in einem Jahr freuen.

Ab hier wird das System seltsam – denn der Goldschmied verleiht ja nicht nur Geld, welches ihm ja eigentlich gar nicht gehört. Nein! Nicht nur das! Er verleiht ja nicht einmal das Gold an den Bäcker, das der Bäcker ihm vorher gab. Er gibt ja gar kein Gold heraus! Er gibt nur einen weiteren Schatzbrief – also Geld, an den Bäcker weiter. Das Gold selbst bleibt weiter im Tresor.

Und was bedeutet das? Es wurde neues Geld geschaffen ohne dass die Menge an Waren oder an Gold größer geworden ist. Aber dazu später mehr.

Ich hoffe Du hast einen Wissensgewinn durch Lesen dieses ersten Blogs erreichen können. Ich gehe jetzt drei Wochen in den Urlaub und der nächste Blog folgt dann bald nach meiner Rückkehr.


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30.05.12
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