Du sollst nicht töten. 2. Mose 20,13

Sass haut drauf, Lanz versagt

Katrin SassAm 29.01.2013 war ein denkwürdiger Tag. In der Retortentalkshow „Markus Lanz“ sind Gäste geladen, um über den aktuellen Vorfall um Rainer Brüderle und einer Reporterin des Stern sowie der resultierenden Sexismusdebatte zu diskutieren.

Neben der hervorragenden Schauspielerin Katrin Sass sitzen unter anderem außerdem in der illustren Runde der streitbare Autor Matthias Mattusek und der nichtssagende Moderator und Dschungelkönig 2011, Peer Kusmagk.

 

Diese drei Charaktere inklusive dem Moderator, dem der Show namensgebenden Markus Lanz, sind dann auch die Protagonisten der ersten Sternstunde des deutschen Fernsehens in 2013.

Unabhängig vom eigentlichen Thema der Möchtegern-Diskussionsrunde erfährt die Sass im Verlauf, dass die Ekelshow „Ich bin ein Star, holt mich hier raus“ für den renommierten Grimme-Preis nominiert wurde. Bereits im Vorfeld musste sie sich in höchst sympatischer Weise selbst vor einem „Anfall“ schützen. Der rotzfreche Kusmagk, der es sich ein ums andere Mal herausnahm verdienten und integeren Menschen, wie der Sass oder Karl Dall, ins Wort zu fahren, dieser rotzfreche Bengel, der sich im Dschungel für etwas Aufmerksamkeit und Geld zum Ekel prostituierte, dieser Volltrottel des Mainstreams war der erste einer hoffentlich noch lang währenden Reihe von Dummpratzen, denen endlich mal die Meinung gegeigt wird.

Frau Sass platzte dann auch endlich der Kragen, als sich dieser Kusmagk anschickte eine intelligente Aussage des Mattusek so überhaupt nicht zu kapieren, vermutlich mangels Hirnschmalz. Und dann ging es los. Die Sass explodierte und sagte endlich mal, was gesagt werde musste:

  • Das Dschungelcamp ist keine Kunst und seine Protagonisten sind keine Künstler per se.
  • Es sind dies Protagonisten, die aus Geldmangel und Öffentlichkeitsgeilheit teilnehmen, nicht aus einem künstlerischen oder gesellschaftlichen oder psychologischen Anspruch heraus.
  • Das Dschungelcamp ist Selbsterniedrigung der Teilnehmer und Verdummung der Zuschauer. Es existiert keine Würde in diesem Format.

Sie ist einfach göttlich. In einer Detonation der Vernunft und des völligen Unverständnisses über solch infames Gerede eines geldgeilen Sacks, der sich dann auch noch hinstellt und um Verständnis bittet. Sie verfällt in ein Fieber, ein heilendes Wortgewitter – sie spricht mir aus der Seele. Diese Frau hat den Grimme-Preis verdient!

Denn über was reden wir denn? Den Grimme-Preis in der Kategorie „Unterhaltung“. Tolle, innovative und überzeigende Formate wie „Krömer – die internationale Show“, „Extra 3“ oder die „heute show“ konnten diesen Preis gewinnen. Intelligente Unterhaltung mit Witz, Charme und teilweise sogar enormem gesellschaftlichen Nutzen – den Politsatire hat das nun mal.

Peer KusmagkDieses Dschungelcamp kann nichts dergleichen aufweisen und ist schlicht und ergreifend eine Beleidigung aller Sinne. Genau richtig also um des Dummtölpels der Arbeit voyeuristischen Fetischismus zu bedienen. Halbnackte Weiber waten in Fischabfällen und arme Trottel fressen allerlei Abfall und Ekelhaftigkeiten. Das hat nichts mit Unterhaltung zu tun, das ist ein Verbrechen an den großen Genies der Vergangenheit. Denn weder ein Paul Nipkow, noch ein Ferdinand Braun oder Manfred von Ardenne hätten mit dem Wissen der Nutzung ihrer Erfindungen zu heutigen Zeit auch nur eine Sekunde weiter an ihre Arbeit verschwendet und wäre lieber angeln gegangen.

Markus Lanz schaffte es dann auch nicht, diese einmalige Chance zu erkennen und endlich mal Klarschiff mit einer solchen Sendung zu machen. Alle Möglichkeiten wären da gewesen. Diese Zuschauer waren klar auf Seite der Sass und mit den beiden Größen Mattusek und Dall wäre eine hochwertige Diskussion über die echte Fernsehkultur entflammt.

Stattdessen brüllt er in einem Fort „Stop“ während ein verzweifelter und maßlos überforderter Kusmagk hilfesuchend Lanz bettelnde Blicke zuwirft. Dieser Moderator ist seine Berufsbezeichnung nicht wert. Wer nicht erkennt, was seinen Gästen auf der Seele liegt und dass just in jenem Moment ein Moment der Klarheit und der Wahrheit, ein so seltener wirklich ehrlicher Moment geschieht, der sollte seinen Stuhl räumen und weiter vor sich hin wetten.

Dass die Sass im Nachhinein keinerlei Absichten hat einem durch Kusmagk ausgesprochenem Gesprächsangebot in seiner Radiosendung zu folgen, macht sie nur noch sympatischer. Der Bild sagte er:

Mir ging es nicht besonders gut, nachdem ich fünf Minuten lang angeschrien wurde. Aber ich denke, es gibt durchaus Diskussionsbedarf zwischen Frau Sass und mir. Ich hab sie in meine Radiosendung am Samstag eingeladen. Ich hoffe, dass wir so die Gelegenheit haben, die Sache auszudiskutieren…

Ich hatte das Gefühl, sie ist wie von Sinnen…

Sass meinte, „dass alles gesagt sei“ und fügte laut ihrer Agentur an:

Wenn ich jetzt auf alle Anfragen und Einladungen zu diesem Thema reagieren würde, würde ich mich ja genau an der Selbstbespiegelung der Medienbranche beteiligen, die ich eigentlich bei meinem Auftritt kritisieren wollte. Es ist öde, wenn das einmal Gesagte ständig auf allen Kanälen immer und immer wieder wiederholt oder zerredet wird. Stattdessen möchte ich lieber mit meinen Filmen und meiner Musik präsent sein…

Eine tolle Frau!


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2 Kommentare
01.02.13
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2 Antworten zu “Sass haut drauf, Lanz versagt”

  1. Kurt Kanis sagt:

    Danke! Hätte ich nicht besser ausdrücken können!

    Und … Katrin, bitte weiter so!

  2. Lars sagt:

    „… inklusive dem Moderator, dem der Show namensgebenden Markus Lanz …“ alter schwede das ist aber eine gewagte Konstruktion.

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