Tatsachen schafft man nicht dadurch aus der Welt, dass man sie ignoriert. Aldous Huxley

Paper memories

Ein alter Mann ist auf der Suche nach seiner Erinnerung. Ein herzzerreißender Kurzfilm über alles, was die Liebe ausmacht – ohne Worte und ohne Erklärung. Preisgekrönte Kleinkunst aus Italien.

Wer ist der alte Mann, der seinen Erinnerungen nachläuft? Und wer ist die Frau auf den Fotos, die erst am Strand nicht mehr weg läuft und dem Mann erlaubt sich zu ihr zu setzen?

Waren sie ein Ehepaar? Ist sie bereits tot? Oder ist er sterbenskrank?

Kann er sich überhaupt wirklich an sie erinnern? Braucht er die Fotos vielleicht sogar um der Erinnerung an sie habhaft zu werden … um sie lebendig zu halten? Er wäre nicht der erste, der sein Liebstes an den Alzheimer verliert.

Warum scheint es, als wäre sie vor ihm auf der Flucht … und warum lächelt sie dabei? Sind es seine Erinnerungen, die vor ihm auf der Flucht sind? Wirkt er deswegen so getrieben? Suchen seine Augen deswegen seine Umgebung panisch nach Vertrautem ab?

Viele Fragen stellen sich mir, wenn ich mir diesen Kurzfilm von Theo Putzu ansehe. Sie werden wohl nie wirklich beantwortet werden können. Doch in meiner Fantasie habe ich ein wenigstens ein Bild.

Das Bild meiner Gedanken zeigt mir ein glückliches Paar. Es war viele Jahre unsterblich ineinander verliebt und hat viele glückliche Ehejahre erlebt. Sie haben ihre Höhen und Tiefen miteinander geteilt, sich auch mal zerstritten und gezofft.

Doch letztendlich haben sie stets wieder zueinander gefunden.

Heute jedoch scheint er allein zu sein, denn sie verstarb … doch wirklich allein ist er nicht. Er hat seine Erinnerungen an sie fest ins Herz geschlossen und läuft ihnen nicht nach. Sie läuft auch nicht vor ihm weg, sondern zeigt ihm Orte ihres gemeinsamen Glücks.

Die Bank, auf der sie sich das erste Mal küssten. Der Platz, auf dem sie so häufig im Sommer gemeinsam Eis aßen und den Kindern beim Spielen zusahen. Die Wand, an der sie damals, nach dem Krieg auf seine Rückkehr wartete.

Und am Ende? Den Strand, wo sie sich dann verabschiedeten. In Ruhe und Gelassenheit saßen sie da und waren sich ihrer Liebe, die den Tod überleben würde, gemeinsam bewusst.

Das ist meine Vorstellung der Geschichte hinter diesem Film …

Theo Putzu hat für diesen Film einige Preise bekommen. Zurecht, wie ich finde:

  • Special Mention at VISIONARIA 2010 – Piombino – Italy
  • Special Jury Prize at BOLZANO SHORT FILM FESTIVAL 2010 – Bolzano – Italy
  • Special Jury Prize at Festival CinemaZERO 2010 – Trento – Italy
  • Nomination for „BEST EDITING“ at GRAND OFF 2010 – Warsaw – Poland
  • Best Shortfilm at CORTO CORTO MON AMOUR 2010 – Cinisi – Italy
  • Best Shortfilm at CORTI CIRCUITI 2010 – Calderara di Reno – Italy
  • Special Jury Prize at MIGLIO D’ORO FILM FESTIVAL 2010 – Portici – Italy
  • Best Shortfilm at FESTIVAL CORTO XX 2010 – Roma – Italy
  • Best International Shortfilm at FESTIVAL PONTINO DEL CORTOMETRAGGIO 2011 – Latina – Italy
  • Nomination for „BEST DRAMA SHORTFILM“ at Festival STOKE YOUR FIRE 2011- Stoke-on-Trent – UK
  • Special Mention at Festival VISIONI ITALIANE 2011 – Bologna, Italy
  • Best Editing at FESTIVAL A CORTO DI IDEE 2011 – Ravello, Italy.
  • Best Shortfilm at FESTIVAL SCHERMI IRREGOLARI 2011 – Bagno a Ripoli, Italy

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16.11.11
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