Die Vernunft beginnt bereits in der Küche. Friedrich Nietzsche

Interview mit dem Tod

Spottblog.de schaffte das schier unmögliche! Wir zerrten niemanden geringeren vor die Skypekamera als den Tod himself! Für die Mitschrift bitte auf „Weiter lesen“ klicken.

Hallo liebe Zuschauer. Heute haben wir eine echte Premiere. Wir interviewen heute, für Sie, den Tod. Eine einmalige Gelegenheit auf die ich mich persönlich sehr lange vorbereitet und gefreut habe.

Guten Tag Herr Tod und vielen Dank, dass Sie sich uns für ein Interview zur Verfügung stellen.

Guten Tag

 Herr Tod. Ich bin etwas verwirrt. Wie kommt es, dass Sie heute blau statt schwarz tragen?

Nun werter 2053er, ich mag blau.

 Ähm … ja … was meinen Sie mit „2053er“?

Ach nichts … hihi

Mmmhhh … okay. Herr Tod, das ist doch ihr Name?

Letztlich ist es mir gleich wie Sie mich nennen, obgleich Gevatter Tod mir recht gut gefällt. So nannten mich zuerst ein 1859er und ein 1863er, später dann ein 2015er und ich muss gestehen, dass dieser Name meine Funktion am besten beschreibt.

 Was exakt ist denn ihre Funktion?

Ich löse die Menschen von ihrem erdbehafteten Dasein und sorge so für Raum für nachfolgende Generationen.

 Sie töten also Menschen, ist das richtig?

Nein, ich töte nicht, das erledigt der Krebs, die Kugel, die Schwerkraft oder das Alter.

 Was machen Sie denn dann?

Ich schreibe das Drehbuch, lieber 2052er. Jeder Film braucht ein gutes Drehbuch und ich habe Millionen Jahre Erfahrung als Autor.

 Also wie in Final Destination?

Haha!!! Nein!! Das ist Science Fiction. Sie können ja mal versuchen den Aufschlag zu verhindern nachdem Sie gesprungen sind … ohne Fallschirm versteht sich. Und der Sprung, lieber 2046er, ist die Geburt, so einfach ist das.

 Kennen Sie denn gar kein Erbarmen? Die Menschen trauern doch um ihre Toten, das muss Sie doch auch irgendwie berühren?

 Ähm … okay … Wie muss ich mir das vorstellen, dieses Drehbuch schreiben? Ich meine, wird das nicht irgendwann langweilig?

Hahaha … nicht die Bohne! Schauen Sie, der Mensch selbst sorgt für immer neue Ideen. Neulich erst habe ich 150 Seelen geholt indem ich zwei bereits bekannte Konzepte völlig neu verknüpft habe. Bilanzsuizid und Flugzeugabsturz … eine geniale Idee, wie ich finde.

 Oh mein Gott! Wie herzlos sind Sie denn bitte? Das waren zum Teil noch Kinder!

Ja und? Wo ist das Problem? Waren doch nur sechszehn! Ich aber plane jeden Tag mit 26 Tausend Toten im Kindesalter. Der Großteil davon in Afrika und davon wieder der größte Teil einfach weil sie nichts zu fressen haben. Ja, ich weiß was Sie sagen wollen, das ist nicht sehr kreativ, aber auch der beste Künstler braucht zwischen seinen Meisterwerken ein tägliches Brot.

Oder schauen Sie die 8 Millionen jedes Jahr an verdrecktem Trinkwasser verreckenden oder die 250 Millionen Toten, die ich seit dem zweiten Weltkrieg, ein wahres Meisterwerk nebenbei bemerkt, in andere Kriege pressen musste. Glauben Sie mir, da fällt Kreativität manchmal schwer.

 Ihr Ziel ist es also möglichst viele Menschen möglichst kreativ abzumurksen?

Natürlich, was für eine Frage, stellen Sie sich mal vor, sie müssten ihr ganzes Leben in ein und dasselbe Büro rennen, an ein und demselben Platz sitzen und jeden Tag das Gleiche tun. Sie würden auch irgendwann ausrasten!

Und ich bin sehr kreativ! Und die Menschen helfen mit ihrem Wissen und ihrem Nichtwissen. Stellen sie sich mal vor was mit meiner großartigen Idee Menschen mit Bakterien zu töten, die sich in Flöhen von Ratten verstecken, passiert wäre, hätte dieser vermaledeite Robert Koch 600 Jahre früher gelebt?!

Oder stellen Sie sich die heutige Welt mal vor, hätten die Menschen mir nicht dieses hoch interessante Werkzeug namens Kriegswaffe an die Hand gegeben? Wie sonst sollte ich bitte immer wieder neue Menschenmassen von der Erde tilgen, hätte der Mensch nicht dieses unstillbare Verlangen mir tatkräftig neue Methoden zu entwickeln und mir die Arbeit so unglaublich zu erleichtern?

Oder, und da schließt sich der Kreis, meine genialste Erfindung, mein diabolischstes Werkzeug schlechthin – die menschliche Gier.

 Inwiefern?

Muss ich Ihnen das wirklich erst erklären, 2038er? Nun – wie glauben Sie kann ich diese unglaublich unfassbar vielen Menschen jeden Tag verrecken lassen? Natürlich weil ihr mir dabei helft! Oder sind Sie wirklich der Meinung, dass die Erde die paar Hanseln hier nicht ernähren könnte? Nein, das könnte sie wohl, doch die Gier einiger weniger sorgt nachhaltig dafür, dass die große Masse in Ruhe wegsterben kann.

Oder diese ganzen Kriege! Halten Sie mich doch nicht für dumm! Als ginge es Ihnen je um derlei Sachen wie Demokratieexport, Menschenrechte oder Friedensschaffung …. Hahahaha. Oh mein lieber 2024er… ich muss doch sehr bitten!

 Öhm…warten Sie mal …. Warum sinkt die Zahl mit der Sie mich ansprechen?

Ähm … kein Kommentar

 Nun … warten Sie kurz … ich glaube ich habe keine Fragen mehr. Wollen Sie diese Gelegenheit vielleicht nutzen um den Zuschauern eine Botschaft zu senden?

Natürlich! Ich hatte schon darauf gewartet.

Liebe Menschen. Ich bin froh, dass ihr mir meinen Job so schön einfach macht. Es gibt da aber unter Euch Akteure, die unsere langjährige Kooperation gefährden. Ich bitte Euch aufmerksam zu bleiben und jene selbsternannten „Aktivisten“ im Sinne einer auch zukünftig guten Zusammenarbeit weiterhin und verstärkt zu ignorieren, zu verleumden, zu verteufeln oder gar, ganz in meinem Sinne, zu jagen und auszumerzen. Ich rede von jenen, die Ihr gerne als „Gutmenschen“ beschimpft. Ihr Handeln, ihre wiederholten Versuche friedliche Zustände mittels Demonstrationen, bei denen nichts zu Bruch geht, zu ermahnen, ihre vehemente Weigerung den Welthunger und die Armut mittels Fleischkonsum, dem Kauf völlig überteuerter High-Tech-Gerätschaften oder von, auf dem Rücken verarmter Dritter-Welt-Länder produziertem Kaffee, am besten abgepackt in kleine, die Umwelt nachhaltig zerstörende Aluminiumpäckchen, bedroht unsere produktive und effiziente Kooperation. Dies gilt es endlich zu unterbinden.

Das war’s.

 Öhm, vielen Dank Gevatter Tod.

Ihnen auch, 2015er


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1 Kommentare
27.03.15
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Eine Antwort zu “Interview mit dem Tod”

  1. Frank F sagt:

    Ulf bitte bitte gehe zu einem Arzt! Nimm die verdammte Chipkarte und mach den Schritt. Das ist nicht normal Dicker, du bist irre! Lass dir doch bitte helfen.

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