Tatsachen schafft man nicht dadurch aus der Welt, dass man sie ignoriert. Aldous Huxley

Hans-Joachim zeigt es allen

Wie ein kleiner Mann die Großen unserer Welt zusammen scheißt und ihnen ihre Unzulänglichkeiten auf dem Silbertablett voller scharfem Zynismus serviert …


Stellen wir uns mal die Welt ohne Banken vor, ohne korrupte Politiker und ohne flaches Nonsense-TV. Stellen wir sie und mal friedlich vor und alle Entscheidungen, die durch führende Personen in Staats- und Wirtschaftsführungen gefällt würden wären kohärent, logisch und vernünftig.

Das wäre langweilig!

Denn dann gäbe es Gernot Hassknecht nicht.

Gernot Hassknecht ist ein vom begnadeten Schauspieler Hans-Joachim Heist erschaffener, stets cholerischer und die Wahrheit nur so auskotzender Brüllaffe, dem vermutlich mittels Neurochirurgie eine Sicherung extrahiert wurde. Bei seinen Gastauftritten in der ZDF heute-show als eben dieser schafft es Heist durch seine cholerische den Menschen die Dummheit dessen, was so alltäglich passiert, derart feist und klar vor Augen zu führen, wie wohl kaum ein anderer.

Es beginnt meist trügerisch ruhig. Mit gewählten, eloquenten Sätzen führt Heists Hassknecht die Thematik ein – Hierbei geht es meist um politische Witzfiguren, wirtschaftliche Paradoxien oder gesellschaftliche Missstände. Irgendwann merkt der Zuschauer jedoch schnell, dass Gernot Hassknecht ob des referierenden Themas jedoch Moment der Kragen platzt … was dann auch geschieht … und zwar so richtig.

Dann kann sich der kleine Mann kaum noch auf dem Stuhl halten, hämmert mit ausgestrecktem Finger oder geballter Faust vor Wut auf den Schreibtisch (oder auch mal auf den Moderator) und schmettert dem Zuschauer die Wahrheiten und Schimpfwörter nur so um die Ohren. Und dabei ist Hassknecht alles andere zimperlich! Sein kleiner, kahler Kopf färbt sich dann glutrot und man möchte ihn in den Arm nehmen und ihn trösten und davon überzeugen, dass nicht alles auf der Welt so schlecht ist.

Irgendwann, meist relativ zügig, marschiert Hassknecht dann – NEIN – galoppiert Hassknecht dann einem gnadenlosen Höhepunkt seiner Hasstirade entgegen. Seine Augen quellen vor Wut aus dem rundlichen Käsekuchengesicht und sein Hals presst eingeengt in einer viel zu engen Krawatte Schimpfwort für Schimpfwort durch die spuckenden, geifernden Lippen.

Doch halt – wir sind ja im ZDF – rechtzeitig und bevor die totale Wahrheit (oder maximale Satire?) den Flimmerschirm unwiederbringlich zum Herd einer Volkswut macht und Hassknechts demagogischer Orgasmus ausbricht – gerade noch rechtzeitig unterbricht ein Pausenbild des ZDF.

Schnitt – Oliver Welke übernimmt.

Ich liebe Gernot Hassknecht, denn er darf, was so viele gerne wollen! Nämlich den ganzen Lackaffen und Schlipsträgern mal ordentlich die Meinung zu geigen!

In diesem Sinne: „Hier habt doch nicht alle Latten am Zaun!“


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05.11.11
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