Die Vernunft beginnt bereits in der Küche. Friedrich Nietzsche

Divide et impera

Divide et impera (lateinisch für teile und herrsche) ist eine Redewendung (im lateinischen Imperativ), welche meint, man solle ein Volk oder andere Gruppierung in Untergruppen aufspalten, damit sie leichter zu beherrschen bzw. zu besiegen sei. Sie ist wahrscheinlich nicht antik, wenngleich die damit bezeichnete Strategie sehr alt ist und z. B. in der römischen Außenpolitik ohne Zweifel wiederzuerkennen ist.“, sagt Wikipedia. „Divide et impera“ meint aber viel mehr und ist heute weitaus präsenter als mancher vielleicht denkt!

„Divide et impera“ ist nämlich nichts anderes, als das Werkzeug schlechthin um Demokratien zu entwerten, Völker zu kontrollieren und Interessen auf eine Art und Weise durchzusetzen, die historisch einfach revolutionär ist.

 

 

Das Prinzip seine Gegner durch Intrigen oder andere politische Tricks zu teilen, d.h. ihre Einigkeit zu zerstören bzw. keine Einigkeit zu zulassen, ist nicht neu und wurde, darauf weist Wikipedia hin, bereits von Sūnzǐ, Cäsar und Machiavelli erkannt und umgesetzt. Die Tradition dieses Prinzip ist also alt. Denn es beinhaltet die Zersplitterung eines Feindes in viele kleine und dadurch leichter zu besiegende Feinde. Ressourcen, zeitliche Rahmen und die bloße Chance des Sieges sind neu zu bewerten. Ja, unmöglich zu erreichende Ziele rücken mit einem Male in greifbare Nähe.

Neue Zeiten, neue Gegner?

Eines, jedoch, ist damals und heute gleich geblieben – der größte Feind eines Herrschers ist nicht der Herrscher von nebenan sondern sein eigenes Volk. Dieses Volk vermag es, insofern es mit einer Stimme spricht, ganze Hierarchien hinweg zufegen – so geschehen in unzähligen Revolutionen „von unten“. Der Gegner also, den es zu bezwingen gilt, ist das eigene Volk. Wobei „bezwingen“ hier nicht im Sinne von „vernichten“ zu verstehen ist, sondern im Sinne von „kontrollieren“. Denn gerade in einer Demokratie speist sich die Legitimation des Herrschers zum Herrschertum ja aus dem zu kontrollierenden Volk.

Die Erkenntnis dessen ist jedoch nicht, wie mancher jetzt sagen mag, verschwörungstheoretischer Natur! Es ist Zeichen purer Vernunft eines Herrschers. Seine Motivation liegt doch in der Erhaltung des Status Quo, also seiner Machtposition. Diese gilt jedoch in einer Demokratie immer nur eine Legislaturperiode und muss danach erneuert werden.

Jetzt, wo der Gegner also definiert ist, gilt es einen Maßnahmeplan zu erstellen.

Das rechte Maß

Ein Volk muss in einem bestimmten Maß eine Einigkeit besitzen damit eine ausreichende Mehrheit für einen Herrscher generiert werden kann. Es muss jedoch auch eine genügend große Zersplitterung stattfinden, damit sich aus dem Volk keine Mehrheit für die Absetzung des Herrschers generiert. Das Ziel ist also genügend Bürger auf die eigene Seite zu ziehen und genügend Bürgern das Gefühl zu geben einen anderen Feind zu haben als man selbst.

Diese beiden Ziele zu vereinen gelingt am einfachsten in dem man die Vielschichtigkeit eines Volkes auf allen Ebenen (psychologisch, finanziell, kulturell, etc.) nicht nur akzeptiert sondern fördert und gegen es nutzt. Der große Vorteil eines demokratischen Volkes nämlich, seine bunte Färbungen, seine vielen Gruppierungen und Interessen, seine „Salatförmigkeit“, gereicht ihm in dem Maße zum Nachteil, wie es seine Gleichheit nicht erkennt.

Welche Ansätze könnte man finden um „zu teilen“?

Nur um ein Beispiel zu nennen stelle ich eine Frage an einen Bürger, welcher zur Mittelschicht gehört. Er hat ein mittleres Einkommen aus einem Angestelltenverhältnis oder einem kleinen Unternehmen, hat vielleicht ein kleines Haus, eine Familie, ein oder zwei Autos. Er hat natürlicherweise das Bestreben seinen Haushalt zu vergrößern und mehr Geld zu erwirtschaften um so einen gesellschaftlichen Aufstieg zu erleben … wir leben nun mal in einem System, in welchem gesellschaftliche Reputation aus Macht und Geld besteht.

Die Frage an diesen Menschen lautet nun: „Wem fühlst Du Dich näher? Dem Bürger, der etwas mehr Geld als Du verdienst? Oder dem Empfänger von Hartz-4?“ Der Bürger wird vielleicht etwas überlegen, er wird eventuell sogar die politische Wirkung seiner Antwort bedenken. Im Endeffekt wird er jedoch in allen Fällen nur eine Antwort geben. Und warum sollte er auch eine andere Antwort geben können? Wird er denn nicht von Kindesbeinen an in diese Richtung getrimmt? Wird uns allen nicht immer und überall erzählt in welche Richtung wir zu Streben haben? Geld, Erfolg, Macht?

Wege der Teilung

Schon im Kindergarten spielen wir Spiele, die uns an die Marktwirtschaft und ihre Regeln gewöhnen. „Krämerladen“, Völkerball und Fangen.Es gewinnt immer der, der stärker ist, entschlossener, schneller, ökonomischer. Soziale Spiele, also solche in denen die besser organisierte Gruppe gewinnt, gibt es selten. Und Spiele, deren Inhalt es ist Schwächere zu fördern gibt es schlicht nicht.

Später folgen Monopoly, Hotel und „Spiel des Lebens“, SimCity und die „Sims“. Erfolg, Erfolg, Erfolg! Auf dem Rücken anderer werden Geschäfte gemacht. Immer das Ziel vor Augen am Ende der zu sein, der das meiste Geld hat, der das meiste konsumieren kann, der das größte Haus, das dickste Auto hat. ja selbst „Mensch, ärgere Dich nicht“ reiht sich ein in die unendliche Liste der indoktrinierenden Spiele.

In den Medien werden uns derweil unsere Vor- und Feindbilder vermittelt. In der Werbung lächeln uns junge, sportliche, gesunde und vor allem erfolgreiche und sorglose Menschen an. In 6000 Werbebotschaften jeden Tag vermittelt uns die Wirtschaft nicht nur, dass Glück aus Konsum besteht. Sie zeigt uns auch den Menschen, der glücklich ist, und wie er aussieht, was er isst, welches Auto er fährt. Werbung zeigt uns keine Realitäten, sie zeigt uns ein Zerrbild der Perfektion im marktwirtschaftlichen Sinne.

Die Medien neben der Werbung agieren hierbei nicht viel anders, nur dass sie uns auch die „Feindbilder“ vermitteln. Welchen Sinn sollen bitte sonst Formate wie „The Biggest Looser“, „Bauer sucht Frau“, „Familien im Brennpunkt“ oder „Die Super-Nanny“ haben? Sie zeigen uns was schlecht zu sein hat. Sie sollen in uns ein Gefühl der Distanz zu den armen, fetten und erfolglosen Schluckern im TV produzieren. Wir sollen erkennen, dass „die da“ anders sind, schlechter als wir und das wir doch bitte in die andere Richtung streben sollen.

Dieses Bild wird dann durch irrwitzige und scheinbar ungesteuerte Nachrichten und Politikeräußerungen komplettiert. In jenen werden die „Feindbilder“ dann mit Fakten und Meinungen hinterlegt und gewinnen so an Substanz und Brisanz. So wettern Politiker und Medien in regelmäßiger Abfolge über „Hart-4 Schmarotzer„, den „faulen Griechen“ oder den ewig schlechten Islam. Sie sind sich nicht mal zu schade „guter Politiker, böser Politiker“ zu spielen, selbst wenn es mächtig sinnfrei ist – Hauptsache die eigene Macht wird gesichert.

Fazit möglich?

Ich kann hier natürlich nur wenige Aspekte ankratzen. Schaut man mal genauer hin erschließt sich einem ein grausames Bild der Meinungs- und Stimmungskontrolle durch Medien und Politiker und man erkennt, dass rigoros und systematisch Otto-Normalos gegen Ärmere, Deutsche gegen Griechen, Christen gegen Moslems, Heteros gegen Homos, Ossis gegen Wessis oder Alte gegen Junge aufgebracht werden. Es werden alle noch so unbedeutende Unterschiede medienwirksam ausgeweidet und jeder noch so uninteressanter Anlass wird genutzt um Stimmung zu machen.

Fazit möglich!

Wenn es eine Lehre aus der eigenen Recherche geben kann, dann sollte sie in die Richtung einer „relativen Medienignoranz“ gehen. Sich zu informieren und sich auf dem Laufenden zu halten ist wichtig und nötig um sich eine Meinung bilden zu lassen. Genau da liegt aber der Knackpunkt! Mainstreammedien und Politiker haben kein Interesse daran, dass Bürger sich ihre Meinung erst bilden. Sie wollen ihnen naturgemäß eine Meinung einpflanzen.

Abhilfe bietet das Internet (das freie und unzensierte wohlgemerkt).  Hier kann man sich in aller Ruhe eine Vielzahl an Quellen heraussuchen und ohne Zeitdruck und ohne dramatischen Filmschnitt ansehen. Man kann mit anderen Interessierten diskutieren und sich austauschen. Nur so schaffe ich es, mir zu den täglichen Geschehnissen ein Bild zu machen.

Divide et impera

… heißt „teile und herrsche“ und ermöglicht es die Meinung eines Volkes zu steuern, zu manipulieren und zu indoktrinieren. Schützenhilfe geben die Medien, denn sie sind finanziell abhängig von Politik und Finanzwesen.

Vielleicht wäre es ganz gut, wenn jeder von uns einmal in sich ginge und für sich selbst erkennt, wen er mag und wen nicht … und warum! Vielleicht erschließt sich dann ein neuer Bruder im Geiste und ein neuer Feind … und vielleicht kann man diesen Feind ja dann sogar demokratisch abwählen … *schelmisch grinz*.

So long … Euer Oyabunstyle


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22.09.12
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