Wie kann man nur irgend etwas essen, das Augen hat! John Harvey Kellogg

Die „Was-wäre-wenn“-Gebühr

Heute, am 02.10.2012, hat das Bundesverfassungsgericht in Karlsruhe mal wieder ein Machtwort gesprochen und weiteres Geld für die Kasse der öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten gesichert (AZ: 1 BvR 199/11). Ein Anwalt hatte gegen die Rundfunkgebührenerhebung bei internetfähigen Rechner geklagt – und verloren. Die Begründung mutet wahnwitzig an:

Die Gleichbehandlung von Besitzern multifunktionaler internetfähiger PCs und Besitzern monofunktionaler Rundfunkempfangsgeräte sei gerechtfertigt, weil für die Gebührenerhebung die gleiche Möglichkeit zum Empfang maßgeblich sei. Die Differenzierung zwischen Personen, die ein Rundfunkempfangsgerät zum Empfang bereithielten, und solchen, die dies nicht täten, beruhe mit dem Zweck der Finanzierung des öffentlich-rechtlichen Rundfunks auf sachlichen Gründen.

Damit ist es jetzt also sicher! Wer einen Rechner hat, mit dem man rein theoretisch Medien der öffentlich-rechtlichen Sender empfangen könnteeeee, der muss auch zahlen. Also auch alle Büros, inklusive Callcentern und Co.

Haben die noch alle Tassen im Schrank?

Spinnen wir also mal weiter und nehmen ein mittlerweile weit verbreitetes Beispiel zur Hand:

Ich bin ein Mann, hat man mir gesagt, und ich könnteeeee als solcher Kinder zeugen. Bekomme ich also Kindergeld?

Ich habe einen Führerschein und könnteeeee ein Auto kaufen und fahren, was ich nicht vor habe. Muss ich also Kfz-Steuer bezahlen?

Ich bin ein Deutscher, bin blond und habe blaue Augen, sagt mir mein Spiegel. Ich könnteeeee also ein Nazi sein! Bin ich einer?

Das Karlsruher Urteil ist eine Farce und degradiert, einmal mehr, den freien Bürger zum bloßen Zahlvieh.Aber damit nicht genug:

Für die Betroffenen ist außerdem sowohl in technischer Hinsicht als auch im Hinblick auf den Übertragungsweg Internet erkennbar, dass sie ihre internetfähigen PCs zum Empfang von Rundfunk im Sinne des § 1 Abs. 2 Satz 1 RGebStV bereithalten…

Ahaaaa! Ich habe also einen PC um ihn dafür bereitzuhalten Rundfunk zu empfangen! Schon klar! Für wie wichtig halten die Richter die öffentlich-rechtlichen Sender eigentlich? Nicht jeder ist so ARD-geil wie die Omi im Altersheim! Nicht jeder steht auf Sesamstraße, Musikantenstadtl, Verbotene Liebe und Tagespropaganda!

Langsam aber sicher beschleicht mich ein grausiger Gedanke! Ich habe ein Messer zu Hause. Dieses Messer könnteeeee ich einem anderen Menschen irgendwo rein rammen! Oje, jetzt bin ich ein Mörder!

Ach ja! Ich fahre im Dienst mit Betäubungsmitteln auf dem Auto herum. Die könnteeeee ich ja verticken! Hilfe!! Ich bin ein Dealer!!

Das ist einfach nur lächerlich und zum Kopfschütteln und wäre es nicht so traurig, dann wäre es fast schon wieder lustig! Wann kapieren die endlich, dass jemand, der ein Radio kauft es kauft um Radio zu hören. Jemand aber, der einen PC kauft, kauft diesen um zu arbeiten, zu zocken, zu chatten, seine große Liebe zu finden, seine Freunde zu stalken oder für was auch immer … aber nicht um Rundfunkteilnehmer zu sein!


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1 Kommentare
02.10.12
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Eine Antwort zu “Die „Was-wäre-wenn“-Gebühr”

  1. ISWI sagt:

    Das Schlimme ist ja, dass wir gezwungen werden ARD, ZDF, die ÖR Radiosender zu sehen/hören. Wir können nicht frei entscheiden WAS wir konsumieren. Und dafür werden wir auch noch zur Kasse gebeten. Selbst wenn Du weder PC noch Radio noch TV hast, aber ein Smartphone besitzt…musst Du bezahlen. Das ist schon faschistoid.

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