Die Vernunft beginnt bereits in der Küche. Friedrich Nietzsche

Boes mal ganz böse

Am 04.12.2012 sendete das ARD (oder die ARD?) die allseits bekannte Diskussionsrunde „Menschen bei Maischberger“. Hier treffen üblicherweise sechs Charaktere auf eine überforderte Moderatorin, die jedoch ihr Bestes tut um die Diskussion ein wenig in Bahnen zu lenken.

Die Sendung lief unter dem vielsagenden Titel

Wer arbeitet, ist der Dumme?„.

Bereits der Titel lässt erahnen, in welche Richtung es in der Sendung gehen soll, nämlich die Diffamierung aller Alternativen zum derzeitigen Hartz-IV-System und der derzeitigen Religion rund um den Gott „Arbeit“. Dieser Verdacht bestätigt sich schnell, schaut man sich die Gästeverteilung einmal an.

Da hätten wir auf der Seite der BGE-Gegner bzw. -skeptiker Markus Söder, CSU (Bayer. Finanzminister), der wiederholt eine Kürzung des Arbeitslosengeldes forderte und sogar bereits meinte, dass ein Arbeitsloser, der die zweite Stelle ablehnte, gar kein Geld mehr verdient hätte.

Dann wäre da der Vorstand der Bundesagentur für Arbeit Heinrich Alt, welcher immer wieder die Sanktionierung von Menschen begrüßt und verteidigt und bei einer Einführung eines BGE natürlich seinen Job verlieren würde. Als nächstes hätten wir Gisela Muth, eine selbsternannte Unternehmerin und Society-Lady, deren botulinumtoxinverzerrtes und aufgespritztes Gesicht die Sendung um eine strohdumme und nicht verstehende, Floskeln lamentierende Stimme bereichern soll. Dass sie gegen das BGE ist, welches den Niedriglohnsektor ausmerzen und ihr damit die Basis ihrer Millionen entziehen würde versteht sich von selbst.

Zu guter letzt sitzt da eine ältere, etwas beleibtere, treudoof dreinblickende Lockenköpfin, die in der Sendung als Heidi Ralfs vorgestellt wird. Der ARD zufolge verdient sie kaum mehr als ein Hartz IV-Empfänger, in einem Interview mit der Welt war da aber noch die Rede von 1300 bis 1500 Euro netto! Sie soll wohl den perfekten Katzbuckler mimen, den verzweifelten Arbeitslosen, der es mittels Fleiß und Selbstverleugnung schafft dem Elend zu entrinnen und in der Folge auch noch stolz darauf zu sein.

Auf der Seite der Befürworter des BGE sitzen Ralph Boes sowie Katia Kipping (Die Linke). Wir sehen also, dass bereits das Kräfteverhältnis unsere Vermutung bestätigt.

In der Diskussion und im Nachgang selbst fielen mir einige Dinge auf, die dringend klar gestellt werden müssen.

1. Unternehmer zahlen de facto keine Steuern!

Etwa bei Minute 26 der Sendung versucht der hoch engagierte Ralph Boes die Anwesenden aufzuklären, dass Unternehmer eigentlich keine Steuern zahlen. Die Runde reagiert augenblicklich mit höhnendem Gelächter und versucht ihn an der Erklärung mittels Lachen und Einwänden zu hindern.

Fakt aber ist, dass alle Einkünfte eines Unternehmers, insofern wir Einkünfte aus Zinserträgen mal weglassen, sich aus den Einnahmen der Verkäufe seiner Produkte und Dienstleistungen generieren. In der vor dem Verkauf angestellten Kalkulation rechnet der Unternehmer natürlich alle zu zahlenden Steuern mit ein. Aus welchen Einnahmen sonst sollte er selbige denn bitte zahlen?

Natürlich führt der Unternehmer dann die Steuern an den Fiskus ab, bezahlt haben sie aber die Kunden, nämlich als sie die Produkte erwarben – Punkt! Der Unternehmer selbst zahlt keine Steuern! Es sind seine Kunden, die die Hand in das Geldsäckel führen.

2. Der Schneidersitz und ein Schal – die Reaktionen

Ralph Boes ist sicherlich kein „Otto-Normalverbraucher“, er ist einer der Charaktere, die es nur ganz selten gibt und von denen es doch viele in die Medien schaffen. Denn er ist einzigartig, lässt sich nicht verbiegen und bleibt sich selbst treu, auch in Anbetracht einer solchen Sendung wie „Menschen bei Maischberger“. Immer wieder versucht er auf den Kern seines Wirkens zu verweisen und dass er eben keinen Hungerstreik auslebt.

Was er jedoch auch ist nennt man „Medienunerfahren“. Diese Unerfahrenheit in Verbindung mit seinem hohen Engagement lässt ihn für einige vermutlich etwas schrullig, vielleicht sogar provokativ wirken. Und dennoch muss die Frage erlaubt sein, welcher Revolutionär Erfolg hatte ohne zu provozieren?

Die Bild schießt bei der Reaktion auf seinen Auftritt den Vogel ab, indem sie ihn als Hartz-IV-Schnösel,  Hartz-IV-Rebell oder Deutschlands frechsten Hartz-IV-Schnorrer bezeichnet und hängt sich dabei an seiner Art zu sitzen, an seinem Schal oder an seiner engagierten Diskussionsart auf. Liest man die Artikel der Bild könnte man meinen, sie hätte nichts von Boes‘ Ausführungen verstanden und würde in ihm tatsächlich nur einen faulen Schnorrer sehen. Kennt man die Geschichte dieses Käseblatts aber besser weiß man, dass sie jedes Wort verstanden hat und den sozialen Sprengstoff seiner Intention ebenfalls.

Die Bild, wie auch andere Zeitungen, die Boes im Nachhinein ins Lächerliche ziehen wollen, wissen sehr genau, dass er eigentlich Recht hat. Ihre Artikel sind also nichts anderes, als der Präventivschlag gegen einen revolutionären Gedanken, gegen die Gefahr, dass Boes eine breite Masse an Anhängern durch seine Medienauftritte generiert.

3. Katja Kippings Aufstieg

Katja Kipping, eine Dresdnerin, welche damals in der Tanzgruppe meiner Ex tanzte, wird hier in Dresden immer noch ein wenig belächelt und ein Graffiti betitelt sie als „Wanderhure Katja“. In meinen Augen hat sie jedoch absolut alles richtig gemacht und konnte Söder und Alt eloquent und wortgewandt immer wieder in ihre Schranken verweisen. Sie konnte jede Frage präzise beantworten, hat messerscharf die Unwahrheiten Söders und Alts pariert und war sich auch nicht zu schade den etwas über die Stränge schlagenden Boes zu Kontenance zu“ blicken“.

4. Die Mär der „Selbstversorgung“

In der Diskussion wird immer wieder gesagt, dass ein Mensch sich selbst versorgen bzw. ernähren können muss. Das jedoch ist schlicht eine völlig falsche Vorstellung der Realität. Die Zeiten der Selbstversorgung sind seit der Landflucht und der Industrialisierung vorbei. Wir leben in einer Zeit der Fremdversorgung.

Jede Tätigkeit, die das produzierende Gewerbe macht, dient dazu andere Menschen zu versorgen. Ein Bäcker isst ja seine Brötchen nicht alleine. Er verkauft sie an seine Kunden, erhält dafür Geld als Gegenwert und kann sich davon andere Dinge kaufen, wie Fleisch, Möbel oder Strom, welche wieder rum durch andere produziert werden.

Die Frage lautet also schon lange nicht mehr, ob ein Individuum sich selbst ernähren oder versorgen kann, sondern ob die Summe der produzierten Güter für die Versorgung oder Ernährung der gesamten Gesellschaft genügen. Diese kann getrost mit Ja beantwortet werden! Die nun resultierende Frage ist, ob die herrschenden Systeme einen Zugang aller Individuen zu den notwendigen Gütern zulassen … diese Frage kann mal wohl ebenso getrost mit Nein beantworten.

Mein Resümee

Die Sendung schaffte es leider nicht, die Gräben zwischen dem Mittelstand und dem Niedriglohnsektor bzw. den Arbeitslosen zu verkleinern. Dies wäre jedoch dringend nötig um endlich eine breite Front gegen „die da oben“ bilden zu können. Stattdessen schaffte die ARD es, dass das gesamtgesellschaftliche Thema „Bedingungsloses Grundeinkommen“ jetzt an der für einige vermutlich streitbaren Person Ralph Boes‘ fest gemacht wird.

Ich hoffe dennoch, dass Herr Boes seinen ersten größeren medialen Auftritt für die Sensibilisierung der Bevölkerung zu diesem Thema positiv nutzen kann. Auf jeden Fall war die Sendung sehenswert und zeigte mal wieder klar und deutlich, dass die CSU eben nicht auf der Seite der Bevölkerung steht. 

 


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26 Kommentare
07.12.12
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26 Antworten zu “Boes mal ganz böse”

  1. Sehr guter Artikel zum Thema!

  2. Realist sagt:

    Hier ist ein interessantes Video über die Aktion von Ralph Boes:

    http://www.youtube.com/watch?v=gFdT7ehfdcQ

  3. Akkumensch sagt:

    Ein Sender könnte sein ALEX TV der offene Kanal Berlins!

    Natürlich auch in anderen Städten – dezentral.

    Die BGE-Lobby.de macht da regelmäßig Radiosendungen – auch mit Ralph Boes oder anderen „Boesianern“ – schaut mal auf Kieke-ma-Film Berlin auf youtube
    http://www.youtube.com/user/KiekeMaFilmBerlin?feature=watch

    – wenn die Filme von Ralph/videoatonale selber mit teilweise 80 000 Klicks und mehrfacher Kinoaufführung (weitere Aufführungen geplant) nicht reichen…

    Es gibt sie, diese „Gegenöffentlichkeit“ – aber solange der Michel ARD, ZDF oder RTL ansieht, wird er nur selektiv dort wahrnehmen… Freunde von mir hatten nix von Ralph erfahren – weil sie eben nicht TV sehen, nicht Bildzeitung lesen… aber als ich sie informierte, waren sie up to date ;-)

    Wenn die öffentlichen Sender merken, dass Ralph und die Bewegung, zu der er gehört, größer wird außerhalb des Mainstreams, „wichtig“ ist, Leute interessiert, werden sie ihn weiter anfragen (rtl wollte ihn ja schon und er hat die abblitzen lassen) – aber er kann das so lange verweigern, bis ER die Regeln vorgibt: nicht in so eine beschissene Talkrunde mehr, dafür in ein sinnvolles Gespräch mit Neskovic, Werner, Wiest und vielen anderen Leuten, z.B. BGE-Lobbyisten, Krönungswelle etc. und DANN ein bis zwei Gegner einbeziehen… normale Leute, die ihre ganz normalen Fragen und Zweifel haben, aber nicht per se Ralph anhassen müssen…

    In diesem Sinne graswurzelige Grüße,
    akkumensch

  4. Midniteblue sagt:

    Stimme zu bis auf Punkt 4 Die Mär von der Selbstversorgung. Richtig ist aus einer abhängigen Lohnbeschäftigung kann man sich nicht selbst versorgen. Das widerspricht dem Grundsatz des Kapitalismus, indem ja immer mehr konsumiert als verdient werden soll, sonst fällt ja kein Profit ab. Aber Selbstversorgung bzw. Subsistenz ist was ganz anderes. Wer sagt denn dass ich alles was ich brauche auch konsumieren bzw. kaufen muss. In allen Preisen die ich bezahle sind doch auch die Zinsen der Vermögen drin, nicht nur die Steuern, die der Unternehmer zahlt. Es geht mir hier nicht um Aussteigertum, aber wenn jeder dass was er selber relativ einfach herstellen kann herstellt, dann kann er feststellen, dass er Geld spart. Geld, das er nicht mehr durch abhängig Beschäftigung erarbeiten muss. Er wird feststellen, dass er relativ einfach mehr herstellen kann als er selber kurzfristig verbrauchen kann – wer mal selber Brot gebacken hat, weiß was ich meine. ;) Diesen Überschuß kann er an andere abgeben, tauschen oder teilen. Die wiederum dadurch Geld sparen können. Die Subsistenz ist für die indivuduelle Versorgung und im familiennahen Netzwerk eine sehr effiziente Form des Wirtschaftens. Das zeigen die Lebensbedingungen von Kleinbauern in Entwicklungsländern, die durch viele Dinge in Existenznot geraten, aber nicht durch ihre Art des Wirtschaftens. Davon könnten und sollten wir in den Industriestaaten wieder lernen.

  5. Heike sagt:

    zu Peter: wer macht die Klos sauber?

    Eine Lösung für dieses Problem hat Edward Bellamy bereits 1890 in seinem Buch: „Ein Rückblick aus dem Jahre 2000 auf 1887“ aufgezeigt. Jede unangenehmere Arbeit wird durch Boni, Freizeitausgleich usw. so attraktiv gemacht, dass sich auch für jede Arbeit Freiwillige finden. So arbeiten z. B. Bergarbeiter weniger Stunden als Menschen, die einer weniger belastenenden Tätigkeit nachgehen. Sicher kann man nicht alles, was Bellamy schreibt, in die heutige Zeit übertragen, aber ich finde, er hat in gewisser Weise das Grundeinkommen schon vorweggenommen, wobei er allerdings davon ausgeht, dass jeder zum Wohl der Gemeinschaft mit seinem Möglichkeiten und Talenten beiträgt.
    Das Buch kann übrigens kostenlos bei Amazon runtergeladen werden.

  6. Taxidennis sagt:

    Hallo, Ihr Lieben,

    nachdem ich die Sendung verfolgt habe, ist mir ganz schön schlecht geworden. Es sah er viel mehr aus, dass Ralph Boes zur Belustigung eingeladen worden ist, und nicht für die Aufklärung des Hartz 4 Regime. Ralph tat mir einfach nur Leid. Die wesentliche Punkte die zur Gesprächsteuerung führen sollten, also zur gezielten Aufklärung führen sollten, wurden aussen vor gelassen bzw. übergangen. Die einzige die ein bisschen Aufklären wollte, aber nur ein gewissen Rahmen, wahrscheinlich wegen den Wahlen oder wegen der geistigen Beschränktheit war offensichtlich. Bei Maischberger war das ein absolutes unsoziales Verhalten was zur Tage gelegt wurde, von fast allen Teilnehmern in dieser Sendung. Jeder hat versucht über seine geistige Beschränktheit seine Meinung über Themenbereiche zu bilden und zu äußern, die aussahen als wären sie aus der Sonderschule entflohen. Einfach nur peinlich….. Jeder der diese Sendung mit ein bisschen Verstand sich die Sendung angeschaut hat, muss sich wohl doch ziemlich doof vorgekommen sein.

    Liebe Grüße an euch allen Teilnehmenden.

  7. peter sagt:

    Interessanter Beitrag Ulf, aber ich kanns wieder mal nicht unterlassen, Dir ein paar kritische Anmerkungen zu hinterlassen ;)
    1.“derzeitige Religion rund um den Gott Arbeit“? Hatten die Menschen zu irgend einem Zeitpunkt eine Alternative zu – Achtung böses Wort – produktiver Arbeit zum Zweck des Lebensunterhalts? Klingt, als wäre heute alles schrecklich im Vergleich zu vergangenen Tagen. Wieviele Menschen sind letztes Jahr nochmal in diesem Land verhungert?
    2. Die „treudoofe Lockenköpfin“ passte wohl mit ihrer Meinung nicht ins Schema und konnte den Argumenten von Hrn. Boes nicht das traurige Gesicht liefern, dass er sich vermutlich für seine Argumentation gewünscht hätte – folglich muss sie wohl von der ARD gecastet und/oder gebrieft sein.. Ich fand sie ehrlich und authentisch. Es gibt scheinbar doch Niedrigverdiener, die nicht die „Schuld“ bei anderen suchen.
    3. Kann mir einer der Befürworter des BGE erklären, wer (die Finanzierung mal völlig außen vorgelassen) dann noch Klos saubermacht oder ähnlich beliebte Jobs annimmt?

    • Ulf Kippke sagt:

      Danke Peter für Deinen Kommentar und ich antworte wie immer sehr gerne darauf:

      1. Niemand behauptet, dass es heute schrecklicher ist als in vergangenen Tagen. Die Debatte für oder wider BGE sagt lediglich, dass die Gesetzmäßigkeiten sich geändert haben. Daher sollte sich auch das System ändern dürfen. Wie viel Deutsche in Deutschland des Hungers sterben kann ich Dir mangels Daten nicht sagen, was ich aber aus Erfahrung weiß, ist dass das System, in welchem wir leben, die Menschen krank macht – egal ob nun die scheinbaren Verlierer oder die scheinbaren Gewinner.
      2. Die Ralfs war weder ehrlich noch authentisch, was ich mit dem geschriebenen Link bewies. Wer erst angibt zwischen 1300 und 1500 Euro im Monat zu verdienen und dann angibt nur ein wenig mehr als Hartz IV zu verdienen, der lügt an irgendeinem Punkt. Und nur nebenbei! Ich fahre Rettungsdienst und an meinen Händen hingen schon so einige Leben. Mein Gehalt ist ziemlich exakt zwischen 1300 und 1500 Euro … Madam putzt Klos … noch Fragen?
      3. Dieses Argument (wer putzt denn dann noch Klos) ist so alt wie die Debatte selbst und ist eigentlich kein Argument. Diese Jobs werden dann natürlich immer noch gemacht werden, nur kann man die Leute nicht zu einem Hungerlohn einstellen sondern muss um sie werben! Der Reichtum der Reichen basiert ausschließlich auf der Armut der Armen … das kann gerne weiter so sein, wenn die Armut der Armen dann jedoch ein würdevolles und kulturelles Leben ermöglicht.
    • max-maske sagt:

      entweder, machst du deine Scheiße selber weg, oder du bezahlst den Preis den die Marktwirtschaft verl.! Kann sich nicht jeder vorstellen , so ohne Sklavenmarkt gell?

    • Volker sagt:

      Es könnte ja mal jeder anfangen, seine eigene Sch***e wegzumachen!

    • peter sagt:

      zu 1.: du fährst Rettungsdienst, von daher weißt du wahrscheinlich mehr über Krankheitsfälle und -statistiken, aber ganz ehrlich, ich glaub nicht dass unser jetziges System die Menschen krank macht (jedenfalls nicht pauschal). War sicher früher so oder heute in..sagen wir Bangladesh, aber nicht hier. Und dieses ganze Burnout-Debatte halte ich für lächerlich. Jedenfalls hätten unsere Großeltern noch über sowas müde gelächelt, die hatte andere Sorgen. Ok – ich relativiere gern alles ;)
      zu 2.: keine Ahnung, kenne den Hintergrund der Frau nicht. Ich unterstelle trotzdem der ARD hier keine Manipulation.
      zu 3.: jedem sein Leben in Würde und Kultur! Aber sag mir bitte wer entscheidet, wo die Grenze zwischen der Ermöglichung gesellschaftlicher Teilhabe und überbordender Umverteilung liegt. Und täusch Dich nicht, das BGE wird nicht nur von „den Reichen“ abgelehnt. Auch ich mit durchschnittlichem Einkommen wäre schlechter gestellt und will das daher nicht. Die Gesellschaft muss eine gute Balance zwischen Freiheit und Gleichheit finden, und beim BGE wäre die sicher nicht mehr gegeben..
      Grüße

    • Ulf Kippke sagt:
      1. Angst ist laut der Definition der WHO eine Einschränkung des „vollkommenen körperlichen, geistigen und sozialen Wohlbefindens“ und daher als Krankheit zu werte. Auch die permanente Angst seinen Job zu verlieren und in die Armut abzurutschen.
      2. Du scheinst nicht zu wissen, dass Du keinen Deut schlechter in einem BGE-System verdienen würdest ;)
    • peter sagt:

      1. geb ich Dir vollkommen recht, Ulf. Ich will auch nicht sagen, dass das jetzige „System“ (man könnte in diesem Zusammenhang übrigens mal von konkreten Gesetzen o.ä. sprechen, die ungerecht sind und nicht immer alles verschwörungsmäßig pauschalisieren) der Weisheit letzter Schluss ist, aber denkt ihr ernsthaft, dass wir besser dastehen, wenn wir jedem einfach so Geld schenken, jeden Monat? Denke die Folge wäre, dass wir dann tatsächlich irgendwann alle gleich sind – gleich arm.
      2.In der Theorie bekomme ich beim BGE mein Gehalt plus einen Betrag x, super Sache. Natürlich unter der Prämisse, dass das Geld vom Himmel fällt. In der Praxis zahl ich natürlich für mich selbst über höhere Steuern – und alle Anderen die lieber die Freizeit genießen.

    • Diskus sagt:

      Das ist doch leicht zu beantworten. Wir nehmen mal die Toilette von sagen wir MC Dobalds. Wir haben also das BGE. So du gibst mir sicherlich Recht, das die Toiletten sauber gemacht werden müssen, da sonst die Kunden weg bleiben. Nun sagst du wer soll das machen, nun, wenn keiner da wäre der das macht würde dem Chef nichts anderes überbleiben als. 1 es selbst zu machen oder 2. einen vernünftigen Lohn anbieten für diese Drecksarbeit. Wenn du zusätzlich zu deinem BGE durch diese Arbeit noch vernünftig entlohnt würdest,wären die Toiletten wieder sauber.

      Dadurch wird erreicht, das scheiss Arbeiten nur erledigt werden wenn der Preis attraktiv ist.

      Das Problem was dabei auftaucht und welches deine eigendliche frage ist, Mc-Donalds hätte nicht mehr solch riesige Rendite, sondern müsste sich „sozial Verhalten“

      Gruß Diskus

  8. Dingsda sagt:

    Schöner Artikel.
    Die Sendung hatte allerdings niemals zum Ziel, Gräben zwischen Mittelstand und Niedriglohnsektor zu verkleinern. Im Ggenteil, das was die redaktion im Sinn hatte, haben sie stur nach Konzept durchgeführt – oder vielmehr aufgeführt und die üblichen emotionalen Intrumente bedient, um den Volxzorn zu erregen gegen eine .. ja so „unerhörte“ Person wie Ralph Boes. Die einzige Person, die Ihnen einen Strich durch die Rechnung gemacht hat, war Frau Kippling, die die wirksamen Waffen wacher Argumentation auch beherrschte.

  9. psyflex sagt:

    Sehr sehr gut geschrieben, vielen Dank dafür.

    Zum Glück gibt es ja neben den Zeitungen noch die vielen vielen Blogs, die nicht gleichgeschaltet eine andere Meinung darbieten.

    • Akkumensch sagt:

      …aber diese ganzen Blogger sind doch alle Hartz-Schmarotzer und hängen unproduktiv vor dem Internet – tauschen und teilen Daten und wenn sie dann doch mal irgendwo anpacken, dann doch nur FÜR IHREN EIGENEN VORTEIL, arbeiten Schwarz oder in Tauschringen…
      damit ist der engagierte oder trotzige Hartzer kein bisschen anders als der Angestellte oder Steuersparenwollende Steuerzahler… die Lobby der Hartzer ist bunt, denn sie haben ja keine „übergeordnetet Gewerkschaft“.
      Sozial ist, was Arbeit schafft? Gern, kack auf die Straße, lass andere es wegmachen und bezahle sie/lass sie bezahlen… das ist doch nicht SOZIAL! Sozial ist, was unangenehme bealstungen reduziert und Wohlstand „nachhaltig“ schafft – die Menschen verbindet.
      Auch Peter würde BGE bekommen – und dürfte selbstverstädnlich zu seiner eigenen Besserstellung weiter arbeiten – und die Klos macht keiner mehr dreckig, weil JEDER sein Klo ordnungsgemäß hinterlassen kann! Dafür Leute EINZUSTELLEN und das dann als „Sozial“ zu bezeichnen, als würde man denen demit eine „Chance“ geben – ist widerliches Herrenmenschendenken. Freiwillig Kloputzer gut entlohnen, wenn man aufgrund seiner eigenen hochspezialisierung keine Zeit mehr findet – eine Möglichkeit, aber nichts, was man anderen aufzwingen sollte.
      Für Menschen wie Boes, die mir eine so wertvolle Dienstleistung erbringen, würde ich kostenlos das Klo putzen – aber das ist nicht nötig, denn immer wenn ich da zu Besuch bin, ist es schon sauber.

      Um all das wieder ins Lot zu kriegen und genau diese Motivationen zum Wohle der solidargemeinschaft zu nutzen, ist das BGE höchst sinnvoll – eine pseudokriminalisierung oder die Unfähigkeit, Arbeit nicht „teilen“ zu können, werden mit der Zeit verschwinden.
      Denn ich wette, es gibt hier mehr Leute, die ihre Arbeit (ich krieg die kohle, ich bin zu bewundern, darf mir mehr erlauben, weil ich experte bin, weil ich mitgestalte und die Regeln beherrsche…) nicht so leicht teilen können wie ihren Überfluss, an dem sie ersatzweise klammern.

      Bin mal in der voll besetzen S-Bahn antischnorren gefahren: „Habe hier Geld zu verschenken – damit Sie sich eine Freude machen können und auch mal wieder was verschenken mögen“ – niemand außer dem mir entgegenkommenden Zeitungsverkäufer nahm es an, Flyer zum BGE nahm man mir aber in Maßen ab.

  10. Sabine Liebing sagt:

    Und jetzt gilt es, einen Sender zu finden, der das Anliegen von Ralph Boes mit samt seiner Problematik den Zuschauern näher bringt. Wetten, wir finden einen?

  11. wolfram sagt:

    Sogar das Pupblikum der Blödzeitung ist für mich gefühlt in seiner Mehrheit in ihren Kommentaren gegen die provozierte Hetze gegen Arbeitslose. Natürlich gibt es auch massenhaft Blindgänger welche sich benutzen und medial gezielt steuern lassen. War natürlich etwas daneben sich für das gewöhnliche nicht in der BGE Thematik bewanderte Publikum provokant im Schneidersitz hinzulümmeln. Das gibt für diese Kloppis, gerade Bild und Co. Angriffsfläche zum primitiven diskriminierenden Wortscharmützel und zur Aufhetzung. Trotz dessen denke ich, er hat es jedenfalls mal ins sowieso zensierte Medium ZDF geschafft. Und wenn er für Aufregung, für Diskussionen vor allem auch unter den vom Mainstream gezielt Verblödeten sorgt, beginnen Einige doch zu denken und zu googeln. Ich denke es war ein Einstieg und er war da er nun einmal aufgefallen ist nicht zum letzten Mal in den Medien. Die ticken nun mal so und können nicht anders.
    Im Übrigen, jetzt paar Tage nach der Sendung finde ich seine Provokation mit dem Schneidersitz gerade richtig. Die verlogenen schizophrenen Normalbürger habens nicht anders verdient. Für diese Manipulierten zählt ein geschniegelt abzockender Steinbrück natürlich mehr als ein ums Grundgesetzt und die menschliche Würde kämpfender Ralph Boes.

    Gruß an Alle!

  12. txxx666 sagt:

    Sehr schön – so hab ich die Sendunfg auch erlebt.
    Man merkt, dass der Wahlkampf begonnen hat und das Stimmvieh auf mehr soziale Kälte gegen das Hartzvieh vorbereitet werden soll (auch am Tag vorher, als es bei Anne Will um Bettelverbote ging).

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